UNO 2004 - Internationales  Reis-Jahr

Reisanbau gilt in Thailand als Grundlage der Gesellschaft - die Reisfelder wirken wie endlose Mosaike, die je nach Jahreszeit in hellem Grün, sattem Gelb oder lehmigen Braun leuchten. Die Felder sind durchzogen von schimmernden Kanal- und Flußnetzen, und die Schönheit der Felder und Terrassen sind sind zum Teil sogar als Weltkulturerbe eingestuft.

Rice cultivation is regarded as a basis of the society in Thailand -- the paddy-fields work as endless mosaics, the depending on season in bright green, replete yellow or loamy brownly shine. The fields are run through by shimmering channel and river nets and are the beauty of the countries and terraces world cultural heritage even is classified as partly.

                                           

 

 der Reisanbau ist in Ostasien belegt seit 3500 v. Chr

Vor dem Reisanbau muß das Reisfeld bewässert werden und ca. 2 Wochen stehen bleiben. Danach wird das Feld mit Hilfe der Wasserbüffel geplügt und für eine weitere Woche stehen gelassen. Dann wird die Erde geeggt und anschließend nochmal gepflügt.Die Reiskörner werden in einen Sack Wasser gefüllt und verbleiben dort erstmal 3 bis 4 Tage. Die Körner werden dann über den Boden verteilt und die Sprossen für ca. 45 Tage wachsen gelassen. Jetzt werden die Sprossen auf ein anderes Feld ausgebracht, wo sie in den nächsten 3 Monat heranwachsen. Nachdem sie mit der Sichel geernet wurden, werden sie für 3 bis 5 Tage zum Trocknen ausgelegt. Anschliessend werden die Halme in einen Korb geschlagen, bis die Reiskörner herausfallen. Die Körner müssen dann noch gereinigt und wiederum trocken gelagert werden.

UNO 2004 - Internationales Reis-Jahr
 

Die reisproduzierenden Länder der Erde, Bildquelle: UNESCO-Kurier/ FAO Rice Information. Diese Karte zeigt nicht die Reisanbaugebiete, sondern die Landesgrenzen jener Staaten, auf deren Gebiet besonders viel Reis produziert wird.
Reis
Kurzbeschreibung
Herkunft und Geschichte
Die Reispflanze
Das Reiskorn
Der Anbau
Die Ernte
Weiterverarbeitung
Nährwert
Die Reissorten
Reisküche
Reiserzeugnisse
Reisproduktion weltweit

Mit der Resolution 57/162 (Internationales Reis-Jahr 2004) vom 16. Dezember 2002 bezweckt die Generalversammlung der Vereinten Nationen, dass stärker bewusst gemacht werden muss, welche Rolle dem Reis bei der Linderung der Armut und der Mangelernährung zukommt und dass die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die Rolle gerichtet werden muss, die der Reis im Rahmen der Verwirklichung der international vereinbarten Entwicklungsziele bei der Ernährungssicherung und der Bekämpfung der Armut übernehmen kann.

Die FAO, die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen koordiniert die Aktivitäten und arbeitet dabei mit Regierungen, dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen, den Zentren der Beratungsgruppe für internationale Agrarforschung und den anderen zuständigen Organisationen des Systems der Vereinten Nationen sowie mit nichtstaatlichen Organisationen zusammen.

Man weiss, dass Reis in Indien und China seit über 7000 Jahren angebaut wird. Für Millionen von Menschen nimmt er heute eine wesentliche Funktion in ihrem Leben ein.

Reis gehört zur Familie der Gräser und Gattung der Oryza, die fast überall wächst: vom 50. nördlichen zum 40. südlichen Breitengrad — von unter dem Meeresspiegel bis in 2500 m Höhe. Auch wenn diese Halbwasser-Sprosspflanze ursprünglich im feuchtheissen Teil der Tropen zu finden war, passt sie sich auch einem weiten Rahmen klimatischer Bedingungen in trockenen oder kühlen Gegenden an. Der Reis kennt zwei Kulturformen: Oriza sativa, der besonders in tropischen und subtropischen Gegenden angebaut wird, und Oriza glaberrima, der in Westafrika beheimatet ist. Neben diesen beiden kultivierten Formen gibt es ungefähr zwanzig wildwachsende Arten.

Aus Oriza sativa entwickelten sich mit der Zeit drei Unterarten, die unter der Bezeichnung indica, japonica und javanica bekannt sind. Zur indica gehören die tropischen und subtropischen Sorten Indiens und Chinas; zur japonica die kurzen und rundkörnigen Formen Japans, Chinas und Koreas; zur javanica schliesslich die indonesischen Unterarten bulu (mit Granne) und gundil (ohne Granne).

In Gegenden mit extremen klimatischen Verhältnissen haben sich zudem besondere Arten herausgebildet, wie Berg- oder Sumpfreis. Es gab wahrscheinlich über 100'000 asiatische Reisarten vor der genetischen Verarmung, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzte.

Das Internationale Reisforschungs- Institut (IRRI) hat seine Tätigkeit 1961/62 aufgenommen und seither als weltweites Zentrum für den Austausch und die Konservierung von Saatgut gewirkt. Es hat inzwischen ein Doppel der meisten nationalen Sammlungen erhalten. Als die ertragreicheren halbhohen Sorten die herkömmlichen Kulturformen der tropischen Regionen Asiens zu verdrängen begannen, hat das Forschungsinstitut gemeinsam mit 14 asiatischen Ländern eine systematische Sammelaktion in den bedrohten Gebieten oder bisher unerforscht gebliebenen Zonen durchgeführt. Dieses konzentrierte Vorgehen hat die nationalen Sammlungen und die Hauptsammlung des IRRI um 38'000 Samenmuster erweitert. Das Institut bemüht sich auch um die Erhaltung von bedrohten Wildformen. Ähnliche Aktionen regionaler Zentren und nationaler Projekte in Westafrika haben der weltweiten Bio-Erbmasse 7'700 afrikanische Reissorten hinzugefügt.

Die Bemühungen um Austausch und Forschung sind dank des 1976 begonnenen Internationalen Reisforschungsprogramms gut vorangekommen. Zwischen 1960 und 1980 sind in Asien der Durchschnittsertrag um 40 % und die Produktion um über 60 % angestiegen, wobei die Bevölkerung dieser Länder in der gleichen Zeit um 55% zugenommen hat.

Wie konnten die Bauern aus Bangladesch, China, Indien, Indonesien, Japan, den Philippinen und anderen Teilen Asiens das Wunder vollbringen, die Reisproduktion in den diesen zwanzig Jahren mehr zu erhöhen als in den vorangegangenen fünf Jahrtausenden? Der Schlüssel zu ihrem Erfolg liegt in Neuerungen wie der Einführung moderner halbhoher Sorten mit hohem Ertrag (herkömmliche Reissorten, die stark in die Höhe wachsen, knicken leicht unter dem Druck von Wind, Regen oder dem Gewicht der Körner), der Entwicklung von Sorten mit einer kurzen Vegetationszeit (die unempfindlich gegen die (je nach Breitengrad unterschiedliche) Tageslänge sind) sowie der Verbesserung der Bewässerungsmethoden und des Wasserhaushalts (eine bessere Wasserzufuhr bringt dem Reisbauer mindestens zwei oder mehr Jahresernten bei gleicher Anbaufläche ein).

Die Nahrungsmittelproduktion steigt nicht so schnell wie das Bevölkerungswachstum, Fachleute befürchten deshalb für die nächsten Jahrzehnte eine neue Nahrungsmittelknappheit vor allem in Asien. Es droht wegen der Bevölkerungszunahme und der sinkenden landwirtschaftlichen Produktion in manchen Ländern wieder eine Hungersnot. Gemäss Schätzungen der UNO bevölkern im Jahr 2020 rund 8 Mia Menschen die Erde, für 5 Mia davon wird Reis das Grundnahrungsmittel sein. Damit der Bedarf gedeckt werden kann, muss die Reisproduktion von derzeit ca. 560 Mio auf 840 Mio t jährlich steigen. Dafür stehen allerdings nur die derzeit vorhandenen Felder zur Verfügung, denn in vielen Ländern lässt sich die Anbaufläche nicht mehr ausweiten.

Mit den derzeit verfügbaren Sorten lassen sich 10 t Reis pro Hektar erzielen. Der durchschnittliche Ertrag auf bewässerten Feldern in Asien beträgt jedoch selbst bei bester Bewirtschaftung nur rund 5 t pro Hektar.

Das Internationale Reisforschungsinstitut (IRRI) in Manila rechnet jedoch damit, ab Anfang des 21. Jahrhunderts Züchtungen mit einem Ertrag von 12 bis 12,5 t pro Hektar zur Verfügung zu haben.

Text-Quelle: Gekürzte Fassung aus UNESCO-Kurier Nr. 12/1984 'Reiszivilisation' und aus Nr. 6/1999 'Im Sog der südlichen Metropolen' (Interview mit Gurdev S. Khush, Zuchtexperte und Leiter der Abteilung Pflanzenzucht, Genetik und Biochemie am Internationalen Reisforschungsinstitut (IRRI) in der philippinischen Hauptstadt Manila.

 



Reis

Reis / Kurzbeschreibung / Herkunft und Geschichte / Die Reispflanze / Das Reiskorn / Der Anbau / Die Ernte / Weiterverarbeitung / Nährwert / Die Reissorten / Reisküche / Reiserzeugnisse / Reisproduktion weltweit

Oryza, Gattung der Süssgräser mit rund 25 Arten, die in den Tropen heimisch ist. Der Echte Reis, Oryza sativa, stammt wahrscheinlich aus Indien. Die einjährige, bis zu 1,50 m hohe Kurztagpflanze bildet bis zu 30 cm lange Rispen mit einblütigen Ährchen, an denen die harten Deckspelzen (Reisschalen) sitzen. Die Früchte sind Karyopsen. Frucht- und Samenschale sind miteinander verwachsen und bilden mit der Aleuronschicht das sog. Silberhäutchen.

Die Kultur ist heute nicht nur über die ganzen Tropen, sondern auch in der gemässigten Zone verbreitet. Etwa 60% der Menschheit ernährt sich hauptsächlich von Reis. In Vorder- und Hinterindien, dem Malaiischen Archipel, China und Japan nimmt der Reisbau die 1. Stelle in der Landwirtschaft ein. In Europa ist der Reisbau in Norditalien (Poebene) und Spanien von Bedeutung; in den USA spielt er in Kalifornien, Louisiana, Texas und Arkansas eine Rolle.

Die Kulturmethoden sind unterschiedlich. Den mit Bewässerung kultivierten Reis der Tropen bezeichnet man als Wasserreis oder Nassreis, den in den trockneren Bergländern angebauten Reis als Bergreis. Das Reiskorn, das einen hohen Nährwert, aber keine Backfähigkeit hat, wird bei uns meistens im geschälten und polierten Zustand gegessen, während in Ostasien nur unpolierter Reis gehandelt werden darf, da mit dem Polieren die wichtigen vitaminhaltigen Schichten des Reiskorns beseitigt werden. Der Genuss von poliertem Reis als Hauptnahrung war die Ursache für die in Ostasien verbreitete Beri-Beri-Krankheit. In Ostasien wird aus dem Reis noch der Reiswein (Sake) hergestellt. Das Reisstroh dient zur Flechterei und zur Papierfabrikation.

Kurzbeschreibung

Reis ist ein Getreidegras und heisst botanisch Oryza. Als eine der wichtigsten Kulturpflanzen der Erde dient Reis besonders in den bevölkerungsreichen asiatischen Ländern als Grundnahrungsmittel. Südostasien erreicht mit 400 Mio t jährlich rund 90% der weltweiten Jahresernte, die weitgehend der eigenen Versorgung dient. Nur etwa 5% gelangen in den Export. Durchschnittlich verzehrt ein Bundesbürger 2 kg Reis pro Jahr. Zum Vergleich: In Asien liegt der Pro-Kopf-Verzehr bei 100-200 kg jährlich.

Herkunft und Geschichte

Schon vor Jahrtausenden begannen die asiatischen Urvölker, den Reis zu kultivieren. Vermutlich wurde schon um 3500 v. Chr. in Thailand Reis angebaut. Alte Aufzeichnungen belegen, dass 2800 Jahre v. Chr. in China Reis systematisch kultiviert wurde. Auch in Indonesien hat der Reisanbau ein vergleichbar lange Geschichte. Über Indien und Persien gelangte der Reis bis an die fruchtbaren Ebenen des Euphrat und nach Ägypten. Alexander der Grosse brachte ihn auf seinen Feldzügen (4. Jh. v. Chr.) ans Mittelmeer. Um 1000 n. Chr. pflanzten ihn die Mauren in Spanien an, von wo er im 16. Jh. nach Italien und Südfrankreich gelangte. Zentral.- und Südamerika wurden durch die europäischen Eroberer im 16. Jh. mit dem Reis bekannt, bis schliesslich im 17. Jh. der Reis auch nach Nordamerika gelangte. Der Reisanbau prägte Kulturen und ganze Landstriche (z.B. in Bali) wurden in Terassenlandschaften verwandelt, um Anbauflächen für den Reis zu gewinnen. In Asien wird der Reis auch heute noch als eine Art Heiligtum verehrt. Das Wort Reis ist dort identisch mit dem Wort für Mahlzeit.

Die Reispflanze

Die Kulturform des Reises heisst Oryza sativa . Die Reispflanze wird je nach Sorte 80-150 cm hoch und gleicht äusserlich dem Hafer. Auf einem schlanken Halm entwickelt sie 10-20 überhängende Rispen mit je 50-150 Samen- bzw. Reiskörnern. Reis gedeiht am besten in tropischem und subtropischem Klima und benötigt viel Wärme und Wasser. Optimale Wachstumsbedingungen findet die Reispflanze im feuchtheissen Tropengürtel Asiens, doch ist sie sehr anpassungsfähig und lässt sich auch in Afrika, Amerika und in den warmen Regionen Europas kultivieren. Während der Wachstumszeit ist der Reis auf Temperaturen von etwa 15 °C angewiesen, während der Blütezeit sogar auf 25-30°C.

Das Reiskorn

Der Spelz bildet die äusserste Hülse des Reiskorns. Darunter liegen Frucht- und Samenschale, die miteinander verwachsen sind und zusammen mit der eiweissreichen Aleuronschicht das so genannte Silberhäutchen bilden. Das Korn selbst besteht fast nur aus reiner Reisstärke. An seinem schmalen Ende sitzt der Keimling, der eine neue Pflanze hervorbringen kann. Keimling und Silberhäutchen enthalten die meisten Nährstoffe, die jedoch bei der maschinellen Verarbeitung zu Weissreis verloren gehen.

Der Anbau

Sumpf- oder Nassreis nennt man die Kulturen, die auf speziell angelegten, künstlich überfluteten Terrassenfeldern fast ständig unter Wasser stehen und von der Bewässerung abhängig ist. Um ein Kilo Reis zu gewinnen, benötigt man zwischen 3000 und 10000 l Wasser. Geringere Ansprüche an die Feuchtigkeit stellt der Berg- oder Trockenreis, der auch noch in Höhen von bis zu 2000 m angebaut werden kann, jedoch auch geringere Erträge ergibt. Nach dem in Asien weit verbreiteten Nassreis-Anbausystem lässt man den Reis vorquellen und sät ihn dann dicht in vorbereitete Saatbeete. Nach etwa 3-6 Wochen werden die Jungpflanzen in die überfluteten Felder gepflanzt. Das Setzen der Pflanzen ist ebenso wie die Hege und Pflege der Rispen in Asien auch heute noch mit viel Handarbeit verbunden. In Europa und den USA hingegen ist der Anbau weit gehend mechanisiert. Das vorgequellte Saatgut wird mit dem Flugzeug ausgesetzt, Bewässerungssysteme sorgen für den benötigten Wasserstand von 15-20 cm Höhe und vor der Ernte werden die Felder trockengelegt.

Die Ernte

Von der Aussaat bis zu Reife braucht die Pflanze je nach Sorte und Standortbedingungen 3-5 Monate. Die Erntezeit beginnt, sobald der Reis voll ausgereift ist. Zunächst werden die Felder trockengelegt, dann werden die Reispflanzen geschnitten und die Rispen zum Trocknen ausgelegt. Sobald der Reis trocken genug ist, muss er gedroschen werden, um die Körner aus den Ähren zu lösen. In den Industriestaaten leisten nicht Menschen diese Arbeit, sondern riesige Mähdrescher. Der gedroschene Reis heisst Roh- oder Paddy-Reis und muss noch vom Spelz befreit werden. So erhält man Braun- oder Naturreis, den so genannten Cargo-Reis.

Weiterverarbeitung

Obwohl er alle wertvollen Nährstoffe enthält, spielt der Naturreis auf dem Weltmarkt nur eine untergeordnete Rolle. In Asien wie auch in Europa wird der weisse polierte Reis von den Konsumenten vorgezogen. Das Polieren des Reises wurde im 19. Jahrhundert eingeführt, um dem Reis seine schmutzig-graue Farbe zu nehmen und ein ästhetisch weisses Produkt zu erhalten. Bei der Verarbeitung zu Weissreis werden die beiden nährstoffreichsten Reisbestandteile, das Silberhäutchen und der Keim, abgeschliffen und poliert. Auf diese Weise gehen gleichzeitig viele Nährstoffe verloren. Um einen weissen aber dennoch nährstoffreichen Reis zu erhalten, wurde in Asien das Parboiling-Verfahren entwickelt. Parboiled Reis ist erheblich gehaltvoller als gewöhnlicher Weissreis. Er wird vor dem Schleifen in heissem Wasser gedämpft und der Grossteil der Mineralstoffe und Vitamine gelangt durch grossen hydraulischen Druck ins Korninnere und bleibt so beim anschliessenden Polieren erhalten. Ihm fehlen allerdings für die Verdauung wichtige Ballaststoffe.

Nährwert

Naturbelassener Reis ist sehr nährstoffreich und enthält zahlreiche Vitalstoffe, die für die Wachstums- und Stoffwechselvorgänge des Körpers lebenswichtig sind. Er enthält beispielsweise die Vitamine B1, B2, B3 und Vitamin E. Auch verschieden Mineralien, Phosphor, Kalzium, Magnesium und Eisen, sind enthalten. Reis ist ausserdem reich an Kalium, jedoch arm an Natrium (Kochsalz) und eignet sich daher als Krankenkost bei Nierenleiden, Bluthochdruck, Rheuma und Hautkrankheiten, aber auch für Schlankheitskost: 100 g gekochter Reis enthält nur 109 kcal. Während Naturreis noch alle wertvollen Bestandteile des ganzen Korns enthält, wird der Nährwert durch das Schälen und Polieren wesentlich gemindert. Als Folge traten bei Teilen der asiatischen Bevölkerung, die sich vorwiegend von weissem Reis ernährte, schon Vitamin-B1-Mangelerscheinungen (Beriberi) auf.

Die Reissorten

Weltweit gibt es rund 10'000 Reissorten, die man nach Aussehen und Form in Langkorn-, Mittelkorn- und Rundkornreis unterteilen kann.

Langkornreis ist die beliebteste Reisart. Sie hat ein schlankes, langes Korn, bleibt beim Kochen körnig und locker und eignet sich als Beilage für Fleischgerichte, für Reisgerichte und Reissalat. Langkornreis wird im Handel als Natur-, Weissreis und als Parboiled Reis angeboten. Der am weitesten verbreitete Langkornreis ist der ursprünglich aus Vorderindien stammende Patna-Reis, der heute zum grossen Teil aus den USA kommt. Basmati-Reis stammt aus Indien und zählt zu den edelsten Langkornsorten; während des Garens verströmt er einen nussigen Duft. Dem Basmatireis vergleichbar ist der Duftreis, der in China und Thailand angebaut wird.

Mittelkornreis hat ein dickes und längliches Korn mit einem höheren Stärkeanteil als Langkornreis. Er nimmt beim Kochen daher mehr Flüssigkeit auf und wird weich und klebrig. Mittelkornreis eignet sich ausgezeichnet für italienische Risotto- und Eintopfgerichte. Arborio und Vialone zählen bei uns zu den bekanntesten Sorten und stammen aus Italien. In der fernöstlichen Küche beheimatet ist Klebreis, der beim Kochen sehr klebrig wird und sich besonders gut zum Essen mit Stäbchen eignet.

Rundkornreis wird auch als Milchreis bezeichnet. Seine Körner haben eine gedrungene rundliche Form. In seinen Kocheigenschaften ähnelt er dem Mittelkornreis. Die Körner kleben nach dem Kochen stark zusammen und eignen sich deshalb gut für Milchreis, Desserts und Aufläufe.

Stichwort Wildreis: Botanisch gesehen zählt der Wildreis nicht zu den Reissorten, sondern gehört zur Familie der Wassergräser (Zizzania aquatica). Der aus Nordamerika stammende Wildreis wächst an Fluss- und Seeufern und ist nur äusserst schwierig zu kultivieren. Einst ein wichtiges Nahrungsmittel der Indianer, wird das Rispengras noch heute von Kanus aus geerntet. Mit langen Stangen werden die Halme über den Bootsrand gezogen und die reifen Körner aus den Ähren geschlagen. Wegen der aufwändigen Erntemethode ist Wildreis eine teure Sorte. Der Anteil an Eiweiss, Eisen, Magnesium und Zink ist wesentlich höher als bei Reis der Gattung Oryza.

Reisküche

In allen Küchen der Welt kennt man schmackhafte Reisgerichte, bei denen Reis mit vielen anderen lokalen Zutaten zubereitet werden. Ob Risotto in Italien, Paella in Spanien oder Ungarisches Reisfleisch - fast jedes Land hat seine eigenen Spezialitäten mit Reis entwickelt. Und natürlich kennt die asiatische Küche eine unerschöpfliche Fülle von Reis-Variationen. Grundsätzlich lassen sich bei der Zubereitung von Reis drei verschiedene Kochverfahren unterscheiden: Bei der Wassermethode wird der Reis mit reichlich Wasser aufgesetzt, gar gekocht und das Wasser anschliessend abgegossen. Durch das Abgiessen des Wassern gehen wertvolle Inhaltsstoffe verloren. Empfehlenswerter ist die Quellmethode: Hier nimmt man weniger Wasser und lässt den Reis bei kleiner Hitze ausquellen, bis das gesamte Wasser aufgesogen ist. Bei der dritten Garmethode, dem italienischen Risotto, wird zunächst eine gewürfelte Zwiebel und etwas Fett angedünstet und dann der Reis und Flüssigkeit (Wasser, Brühe) zugeben. Nach und nach wird während des Garens Wasser oder Brühe dazugegeben. Im geschlossenen Topf lässt man den Reis anschliessend garziehen.

Reiserzeugnisse

Aus Reiskörnern werden alkoholische Getränke, Reiswein (Sake) und Arrak, hergestellt. Aus Reis und den bei der Verarbeitung entstehenden Abfallprodukten, z.B. Reisbruch, lassen sich jedoch noch zahlreiche weitere Erzeugnisse gewinnen. Die sehr feinkörnige Reisstärke verwendet man nicht nur in der Lebensmittelindustrie, sie wird auch als Pudergrundlage in der Kosmetik eingesetzt und dient als Appretur in der Textilindustrie. Aus Reiskeimen gewinnt man Fett, das bei der Herstellung von Kerzen und Seifen Verwendung findet. Auch den bei der Reisernte anfallenden Reisstroh macht man nutzbar. In den reisanbauenden Ländern dient er gewöhnlich als Futtergrundlage für das Vieh oder wird als Rohstoff zur Papierherstellung und im dörflichen Handwerk als Flechtmaterial für Hüten, Matten oder Sandalen verwendet. Die Spreu der Hüllspelzen des Rohreises eignet sich zur Herstellen von Verpackungs-, Brenn- und Isoliermaterial.

Reisproduktion weltweit

Weltweit wurden 1998 563 Mio t Reis geerntet. Die wichtigsten Anbaugebiete mit mehr als 90% der Weltproduktion liegen in Asien, rund 50% werden in China (mit Taiwan) produziert. In den meisten reisanbauenden Ländern (z.B. Indonesien, Thailand, Vietnam) dient Reis als Grundnahrungsmittel, sodass nur etwa 5% der Weltreisernte international gehandelt wird. Der grösste Reisexporteur ist Thailand, gefolgt von den USA und Vietnam. Auch Pakistan und Indien zählen zu den führenden Reisexporteuren.

Nach international anerkannten Schätzungen wird der Reisbedarf zur Sicherung der Welternährung bis zum Jahr 2020 auf jährlich 780 Mio t geschätzt. Da der zur Erreichung dieser Erntemenge benötigte zusätzliche Bewirtschaftungsraum nicht zur Verfügung steht, kommt der Entwicklung neuer, ertragreicherer Reisvarietäten eine grosse Bedeutung zu. Eine zentrale Rolle spielt dabei das 1960 gegründete Internationale Reisforschungsinstitut (International Rice Research Institute IRRI) auf den Philippinen. Eine Samenbank mit über 80000 Sorten dient als Ausgangsmaterial für die genetische Grundlagenforschung und die Züchtung neuer Hochleistungssorten. Jährlich entstehen 5000 neue Reissorten durch Kreuzungen. Ertragreiche Neuzüchtungen wachsen allerdings nicht ohne den Einsatz von Dünger und Pestiziden. Nationale Forschungsprogramme kümmern sich um die Anpassung der Neuzüchtungen an die lokalen Wachstumsbedingungen. Inzwischen sind in den meisten reisproduzierenden Ländern, unter Verwendung der philippinischen Züchtungen, gute, lokal angepasste Sorten verfügbar

Bibliografie

Hans G. Becker: Buchweizen, Dinkel, Gerste, Hafer, Hirse, Mais, Reis, Müsli. Hrsg. vom Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bonn 1997
Urs Ramseyer: Reis. Konsequenzen des Geschmacks, St. Gallen 1988

Quelle: www.wissen.de

                                                                                                                                      
 

letzte Aktualisierung: 23. Mai 2010

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